Am 08.10.2025 haben die Hamburger autonomen Frauenhäuser und die 24/7, Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser, eine Schulung für die Mitarbeiter*innen im Amt für Migration in der Hammer Straße gegeben. Es ging dabei um die Vorstellung der Arbeit und die Problemlagen zwischen den Frauenhäusern und dem Amt für Migration.
Während der Schulung äußerte sich eine Mitarbeiterin* vom Amt für Migration mehrfach rassistisch und diskriminierend. Unter anderem fielen Aussagen wie ‚die Gewalt ist importiert‘ und ‚Gewalt durch Bio-Deutsche sind nur Einzelfälle‘.
Auf Aufforderung zu einer Stellungnahme wurde kurz vor Weihnachten zwar reagiert, allerdings sehr relativierend und ohne Anerkennung des stattgefundenen Rassismus. Stattdessen wird davon gesprochen, dass alles nur ein Missverständnis gewesen sei.
Ein Amt mit einer besonderen Verantwortung
Als Amt für Migration wird eine besondere Verantwortung getragen im Umgang mit vulnerablen Gruppen. Ein respektvoller und diskriminierungssensibler Kontext ist gerade an dieser Schnittstelle wichtig. Folglich ist es umso schwerwiegender, wenn rassistische Aussagen in einem offiziellen Rahmen, im Beisein von Kolleg*innen und Referent*innen, geäußert werden. Und nochmals umso fataler, wenn diese trotz Widerspruch nicht reflektiert oder auch nicht zurückgenommen werden. Dies erweckt große Bedenken, welche Situationen möglicherweise entstehen in einem Rahmen mit Menschen, die auf aufenthaltsrechtliche Entscheidungen des Amtes angewiesen sind.
Es muss gehandelt werden!
Diese Umstände können nicht bleiben, daher fordern die Autonomen Frauenhäuser und die 24/7 von dem Amt für Migration:
- Eine öffentliche Stellungnahme der Behördenleitung zu den Aussagen in der Veranstaltung
- Eine schriftliche Entschuldigung gegenüber den Teilnehmenden der Schulung
- Verbindliche rassismuskritische und diversitätssensible Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeitenden des Amtes für einen zukünftig diskriminierungsfreien Raum in der Behörde
„Hamburg ist ein Ort der Vielfalt und daher dürfen wir nicht die Augen verschließen bei solchen Aussagen! Es wird höchste Zeit, dass dort nachgebessert wird und auch insgesamt das Team zukünftig fortgebildet und sensibilisiert wird in diesen Kontexten. Spezifisch natürlich auch für die Frauen, die im Frauenhaus wohnen, da diese oftmals schon vulnerabel sind.“, kritisiert Viktoria Donnerbauer, Mitarbeiterin der 24/7.
Kontakt für Rückfragen: Petra Schlesiger, 0173/2472549
Autonome Frauenhäuser Hamburg & 24/7 – Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser [Frauen helfen Frauen e.V.; 2. Hamburger Frauenhaus e.V.; 4. Hamburger Frauenhaus e.V; 5. Hamburger Frauenhaus e.V.]